Vegan beim „Daluma“ ★★★☆☆

English version below.

Das Daluma ist die vegane Hipster-Hölle. Du magst Mitte nicht, du magst übertriebenen Style nicht, Hipster nerven dich? Geh nicht ins Daluma. Auch ich habe mehrfach einen großen Bogen um das Café gemacht, obwohl sie versuchten mich mit appetitlichen Fotos auf ihrem Instagram-Profil zu locken. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Denn wenn du den Moment abpasst, wenn es ruhig wird im Daluma (also kurz vor Feierabend unter der Woche bei hartem Schneetreiben über die Weihnachtsfeiertage oder so), kannst du dich voll auf die Angebote konzentrieren und so richtig zuschlagen.

Essen ★★★★☆ Im Daluma gibt es das Essen, das du dir vor oder nach dem Sport genehmigen würdest (ganz zufällig sind hier auch einige Fitness-Clubs in der Nähe). Das geht vom typischen Bowl-Food (stilvoll zusammengewürfelte vegane Zutaten in einer Schüssel), über überdimensionierte Smoothies bis hin zu Granola und Raw Desserts. Zusammengefasst: Lecker, gesund, stark kalorienhaltig. Ich habe bereits die Spinat-Pasta und die Oriental Study Bowl getestet. Die Pasta schmeckt wie Pasta mit Pesto schmecken muss. Nur noch viel frisch kräuteriger. So als ob die Zutaten für die Pesto gerade aus einer Berliner Hinterhof-Oase an einem Frühlingsmorgen gepflückt worden sind. Die Bowl ist solide. Quinoa, Hummus, Linsen, Kohl, Blumenkohl und, die Geißel des Veganers, Koriander. Alles bissfest zubereitet. Und kalt. Vermutlich muss das so sein, aber vor nicht allzu langer Zeit habe ich festgestellt, dass ich kalte Nahrung gar nicht so gut vertrage. Und ehrlich gesagt, schmeckt mir gekochter Blumenkohl dann doch besser, wenn er warm ist. Diese Bowl kostet übrigens etwas mehr als 9 Euro. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob sie es wert ist. Als Getränke gibt es verrückte Tees.

Und weil ich so gerne von allem probieren, gebe ich mir hinterher auch noch den Raw Brownie „Hell Yeah!“. Er wird aus Erdnuss, Kokosöl und Kokosblütenzucker gemacht und schmeckt erstmal lecker. Warum er mit Kokosplättchen überhäuft ist, verstehe ich nicht ganz. Die schmecken nämlich nach nichts. Vermutlich, weil es so hübsch aussieht. Nach dem 3. Bissen habe ich dann das Gefühl, jetzt könnte ich aufhören an der rohen Erdnussbutter zu naschen. Huch, ach ja, das sollte ja ein Brownie sein.

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An diesem Abend vergesse ich meinen Schirm. Als ich ihn am nächsten Tag abholen will (er ist nicht mehr da), genehmige ich mir noch gesundes Frust-Essen: die Energy Balls in den Geschmacksrichtungen Kokos, Reishi und Matcha.
IMG_7983Googelt „Reishi“ besser nicht. Sieht ein wenig eklig aus dieser Pilz und schmeckt auch eigentlich nur sehr erdig. Ich denke so: Energy Balls klingt nicht schlecht. Und sie sehen bäh genug aus, dass sie gesund sein müssen! Nach dem ersten schaue ich dann auf die Kalorienzahl und falle fast vom U-Bahn-Hocker. Ein Bällchen ist ein ganzes Frühstück wert. Für diese Menge an Energy hab ich dann doch nicht genug Sport gemacht. Trotzdem hau ich sie mir natürlich hinter. Auf dem Heimweg über den Hermannplatz bin ich besser topfit.
An die Säfte habe ich mich übrigens noch nicht rangetraut. Um die wieder abzutrainieren, bedarf es sicherlich mehrere Stunden Yoga. Falls einer von euch etwas zum „Equalizer“ oder zum „Rehab“ sagen kann, immer raus damit!
Was mir gefällt: Im Daluma ist man nicht nur vegan, sondern auch nachhaltig. Verpackungen sind Mehrweg, kompostierbar oder aus recyceltem Material. Beim ersten Anblick war ich noch richtig schockiert, wie viel Plastik hier für to go Nahrungsmittel verwendet wird. Es geht sicherlich aber immer noch besser.

IMG_7970Atmosphäre ★★★☆☆ Erwähnte ich schon den Hipster Style? Viel mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Das Café befindet sich nahe Rosenthaler Platz und somit praktisch neben 3 großen, modernen Hostels, was dem Platz im Laden nicht unbedingt gut tut. Dabei gibt es neben Mini-Tischen sowohl drinnen als auch draußen eine große „Treppe“ aus Holz, auf der man als gelenkiger junger Yuppie gut loungieren kann. Doch selbst das ist nicht ausreichend. Die Farben sind hell. Holz und Weiß und ein hygge Vibe dominieren. Dazu unaufdringliche Musik. Zum richtigen Entspannen würde ich hier nicht unbedingt hingehen, da eng an eng, lautes englisches Gerede und blendende MacBooks, aber zur Stärkung zwischendurch oder direkt nach Feierabend, bevor es noch zum Shoppen oder Sport geht, ist es auf jeden Fall zu empfehlen. Und man fühlt sich unweigerlich urban beim Einkehren.

Service ★★★☆☆ Deine Speisen musst du am Tresen bestellen und direkt bezahlen, dann bringt dir der Kellner/Barkeeper Essen und Getränke an den Platz. Und dieser Workflow sagt auch schon alles: Die Service-Kräfte, die vor Ort sind, reichen oftmals nicht aus! Es dauert lange, bis man bestellen kann, weil noch 2 Matcha Lattes und 1 Soja-Chai gemacht werden müssen, bevor du sagen kannst, was du willst. Aus der Küche kommt das Essen dann aber schnell. Die Leute, die hier arbeiten sind sehr nett und sehr hilfsbereit. Und manchmal müssen sie auch googeln, was ein Reishi ist, und geben dir dann ihr Smartphone, damit du es selbst lesen kannst. Das ist einerseits charmant, andererseits wäre es ja auch schön, wenn sie vorher wüssten, was sie da verkaufen.

Insgesamt gebe ich dem Daluma 3 Sterne. Es ist auf jeden Fall ein Ort, den jeder hippe Tourist, der etwas auf sich hält, besuchen sollte, aber die Preise sind mir etwas zu gehoben, die Kalorien zu hoch und die Gäste zu international und überdreht. Vielleicht ist ja aber gerade das euer Ding. Dann geht auf jeden Fall hin! Wenn ich mal wieder in der Nähe bin, gönne ich mir vielleicht auch noch das dritte Dessert, das ich noch nicht probiert habe. Der „Cheesecake“.

If you do not speak German, read in English here:

Daluma is a vegan Hipster hell. You do not like Mitte? You don’t like crazy styles? You don’t like hipsters? Well, don’t go visit Daluma! I myself have avoided the Café many times although they have repeatedly tried to lure me in by posting delicious looking food on their Instagram feed. I realize now: It’s not so bad after all when there’s not hundreds of people hanging out on it’s porch. Because then you can focus on the food. And it’s rather good.

 

Food ★★★★☆ The food at Daluma you would usually eat before or after working out (and by chance there are a lot of fitness clubs around). They offer the classics like Bowls, giant smoothies, Granola and Raw desserts. To sum it up: delicious, healthy, rich in calories. I tested the spinach pasta and the Oriental Study Bowl already. The pasta tastes like any good pasta with pesto is supposed to taste. Except for that the ingredients of the pesto seem to have just been harvested from a Berlin backyard on a warm spring morning. The bowl is okay. Quinoa, hummus, lentils, cabbage and cauliflower and of course, the scourge of vegan humanity, cilantro. Everything is prepared nicely and served cold. I guess it’s supposed to be cold but I just recently discovered that my stomach doesn’t really like cold food. And to be honest I always like cooked cauliflower better if it’s warm. The whole thing costs a little over 9 Euros. I am still not sure if it’s worth it. We choose some crazy teas to go with the dishes.
After the main course I treat myself to some dessert because I like to taste a little bit of everything. So I check out that raw brownie called „Hell Yeah!“. It’s made of peanut, coconut oil and coconut blossom sugar and it tastes okay. I do not quite understand why it’s served sprinkled all over with pieces of dry coconut. Because they taste of nothing. I guess it’s just because it looks nice. Anyway after the third bite I feel like stop nibbling from the peanut butter jar. But, oh wait, it’s a brownie.
That evening I forget my umbrella at Daluma. So when I go wanting to pick it up the next day (it’s gone), I decide I at least deserve some sort of snack for making the detour. So I choose the Energy Balls. They are served in three flavors: coconut, reishi and matcha. Do not google „reishi“ by the way. There are some not very nice looking pictures of that mushroom out there. It does taste very earthy.
So I am thinking that day: Energy balls, sounds nice enough! And they look quite weird, so they must be healthy! And after eating the first ball I check out the calorie count and almost fall off my subway seat. One of them has enough calories worth a whole breakfast! I definitely have not worked out enough that day for that much energy. But of course I still eat them all. I mean, on my way home via Hermannplatz I have to be at the top of my game!
I have not dared to try the juices offered at Daluma yet because I guess to get rid of those calories you have to do several hours of yoga. In case someone of you knows what the „Equalizer“ and „Rehab“ taste like, let me know!
What I especially like about Daluma: They not solely serve vegan food only, they also set value on working sustainably. So all those plastic containers they sell their food to go in I was so shocked seeing the first time at the café are made of reusable, recycled or compostable materials. I supposed they could still work on not using plastic at all, but it’s better than nothing at all.

Atmosphere ★★★☆☆ Did I mention the hipster style? There’s not much more to say to be honest. The café is very close to Rosenthaler Platz so it’s basically situated between 3 major modern hostels. And that makes trying to hang out and chill at Daluma just that bit more annoying. Even though there is that big stairs construction of wood where people can leisurely sit and show that they are flexible little yuppies. But even that much space is not enough to accomodate all possible guests. The café’s main design attributes are white, wood some sort of hygge vibe. Discreet music in the background. I wouldn’t choose Daluma to chill. There’s too many people, too much loud tourist-y talk and too many dazzling MacBooks. But to have a quick snack after work before a workout or before going on a shopping spree it’s definitely the place to go. And all the while you will inevitably start to feel oh so urban.

Service ★★★☆☆ The food and drinks you have to order and pay for at the bar. Afterwards the waiter slash bartender will bring your dishes to you. That workflow basically shows the major problem at Daluma: The waiter slash bartender is overstrained. So you have to wait quite a bit at the bar before you can order because there are still 3 matcha lattes and 2 soy chais to make before the guy or woman behind the bar can start to think about you. Once ordered though the food will get to you pretty fast. The people working here are really nice and like to explain anything to you. They will google for you what „reishi“ is and give you their smartphone so you can read up on it yourself. That is very sweet on the one hand, on the other hand it would be nice if they knew what they are selling without googling it.

So all in all I give Daluma a 3 star rating. It definitely is a place where every young and hip tourist should go but the prices are a little bit too high, as are the calories and the clientele is a bit too keyed up and international for my taste. But maybe that’s exactly what you are looking for! So go there! I will too, the next time I am in the neighborhood, just to check out the dessert I didn’t have yet: the „cheesecake“.

 

 

4 Gedanken zu “Vegan beim „Daluma“ ★★★☆☆

  1. Jetzt weiß ich, worum ich nie einen Platz bekommen habe… „Also kurz vor Feierabend unter der Woche bei hartem Schneetreiben über die Weihnachtsfeiertage oder so“. Was hab ich mir bloß gedacht, so genau zur Essenzeit. 🙂

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